Vor kurzem hatte ich das Glück, beim FameLab-Wettbewerb in Hamburg mitzumachen. Dabei geht es darum, ein wissenschaftliches Thema in drei Minuten unterhaltsam und allgemein verständlich, aber auch inhaltlich wertvoll dazustellen. Zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind angetreten und haben aus den verschiedensten Forschungsgebieten berichtet.

Mit meinem ersten Vortrag, in dem ich die Suche nach Teilchen anhand einer Analogie zwischen Protonen und LKW-Motoren erkläre, konnte ich den Publikumspreis für den besten Vortrag gewinnen:

In meinem zweiten Vortrag, in der Finalrunde zusammen mit vier anderen Kandidaten, erkläre ich Teilchen-Detektoren mit einer nicht minder absurden Analogie. Damit konnte ich dann sogar den 1. Platz in diesem Wettbewerb gewinnen:

Damit darf ich beim deutschen FameLab-Finale in Bielefeld auftreten (vorausgesetzt, Bielefeld gibt es wirklich – mal sehen!).


Alle Videos von der Veranstaltung in Hamburg und in den anderen Städten gibt es auf dem Youtube-Kanal von FameLab Germany.

Besonders empfehlen kann ich die Vorträge von Dr. Helga Hofmann-Sieber über AIDS-Forschung (Links: eins und zwei) und von Babette Döbrich über das ALPS-Experiment (Links: eins und zwei), das mit der Astroteilchenphysik auch mein Fachgebiet berührt.


Inzwischen bin ich auch beim Finale in Bielefeld aufgetreten! Viel Spaß beim Ansehen:

Sharkoon Luminous Keyboard III SE Ich wollte meine geliebte alte Tastatur (siehe Bild) in mein neues Rechner-Setup mitnehmen, wo es keine PS/2-Steckplätze mehr gibt, aber ein es gab ein fürchterliches Problem mit dem PS/2-USB-Adapter: Die Taste mit den Zeichen <, > und | (kleiner als und größer als, oder auch spitze Klammern, sowie das Pipe-Zeichen) funktionierte nicht, was eine Tastatur für ein Linux-System natürlich unbrauchbar macht. Nicht nur kam der Tastendruck nicht im System an, wie ich mit xev überprüft habe, sondern er wurde offenbar gar nicht an den Rechner übertragen – auch im BIOS hatte die Taste keine Funktion. Eine Recherche zeigte, dass es offenbar große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen PS/2-auf-USB-Adaptern gibt, und dass hierin die Ursache für das Problem liegen könnte.

Foto von einem Stecker-Adapter mit einem weiblichen PS/2- und einem männlichen USB-A-Stecker.Es gibt zwei grundlegende Typen von solchen Adaptern: passive und aktive. Links ist ein passiver Adapter zu sehen, der einfach nur ein Stecker mit passenden Pin-Verbindungen ist. Offenbar funktioniert diese Methode wohl ganz passabel, aber mit Abstrichen im Detail. Bessere Ergebnisse liefern aktive Umwandler, welche die Signale elektronisch aufarbeiten.

IMAG0196Einen solchen aktiven Adapter hatte ich – nämlich das rechts gezeigte No Name-Produkt. Der Haken an diesem Adapter – und vielen seiner Art – ist aber, dass er auf Amerikanische Tastaturen ausgelegt ist. US-Tastaturen haben (seit es die Windows-Tasten gibt) 104 Tasten. Da es auf den deutschen Tastaturen, wo Ä, Ü, Ö und ß auch noch untergebracht werden müssen, etwas gedrängter zugeht, haben deutsche Tastaturen 105 Tasten. Zwischen unserem Y und der linken Shift-Taste befindet sich die Taste mit <, > und |, wo auf der US-Tastatur überhaupt keine Taste mehr ist (siehe diesen Wikipedia-Artikel). Mein No Name-Adapter weiß nichts davon und übersetzt die 105. Taste deshalb nicht.

Das Problem ist sehr schwach dokumentiert, zum einen weil es nur ziemlich alte Hardware betrifft, und zum anderen weil es im englischen Sprachraum nicht auftritt.

Zu einem bestimmten Adapter der Marke Belkin gab es aber ermutigende Kommentare auf einer Shopping-Seite:

Nach mehreren untauglichen Adaptern verschiedener Hersteller und der Erfahrung, dass eine Tastatur ohne funktionierender größer/kleiner/Pipe-Taste ein Graus ist, hat mich dieser Adapter vor der einer neuen Ergo-Tastatur bewahrt.

und

Auf beiden Betriebssystemen werden alle Zeichen der Tastatur erkannt, auch die bei den Stecker-Adaptern als nicht funktionierend bemängelten spitzen Klammern (< >) usw..

Glücklicherweise gibt es diesen Adapter bei Conrad im Laden zu kaufen: BELKIN USB/PS2 ADAPTER im Conrad Online Shop (Foto unten). Der Preis von 15€ ist zwar happig, aber mir ging es schließlich nicht um die günstigste Lösung, sondern darum, meine alte Tastatur zu behalten.

IMAG0194Also bin ich mit der Tastatur und meinem Laptop zum Conrad getingelt. Der Verkäufer hat zwar mein Problem nicht verstanden, war aber so freundlich den Adapter für mich auszupacken und ihn mich ausprobieren zu lassen. Er schaute nicht schlecht, als ich meine speckige alte Tastatur und meinen Laptop ausgepackt habe, aber es freute ihn, dass ich mich nach einem wenige Sekunden dauernden Test zum Kauf entschieden hatte.

Fazit: Aktiver PS/2-USB-Adapter ist nicht gleich aktiver PS/2-USB-Adapter. Nur höherwertige Produkte übersetzen auch die 105. Taste auf deutschen Tastaturen. Der Adapter von Belkin mit der Produktnummer F5U119CPE ist so einer und rettet damit rüstigen, alten PS/2-Tastaturen den Arbeitsplatz.

Following my first post with a bunch of awesome Dubstep remixes, here’s a list of more great stuff I found while getting my ears dirty on the interwebz.

First off, there’s a fan vid that got me hooked not just for the music, but also for the film it takes its images from: Sucker Punch by Zack Snyder, the director of the 2004 remake of Dawn of the Dead, another one of my favorite movies. Go on and watch them. Both. You will not be disappointed (if you share my taste ;) )!


So here goes – more Dubstep goodness!

  1. Requiem For A Dream, Dubstep Remix- Vekta – It’s got the slow, dragging, unnerving quality of the original soundtrack, but still features some dynamic drops, mixed with a few vocals from the film here and there. Very well done!
  2. Linkin Park – What I’ve Done Dubstep Remix – Yep, more Linkin Park. This one starts slow and drops into the action at about 1 minute in. A nice long piece, too.
  3. Gotye – Somebody That I Used To Know ft. Kimbra (KDrew Dubstep Remix) – It probably depends on what you think of this love-it-or-hate-it song, but there are some tight drops at about 1:30 in. Actually, I only stumbled upon it after I got hooked on this awesome parody of the song.
  4. [DUBSTEP] CALL ME MAYBE – Amun Ra – I’m still unable to wrap my head around how awesome I find this one. It feels like my eyes are gonna pop out. It certainly pushes the edge of what I would call music, but I’m loving it. Make sure you are seated at 0:49 in.
  5. Trololo (Dubstep Remix by Tactus) – So full of internet! <3

Es ist 02:57 Uhr, ich kann nicht schlafen, und ich gelange mehr und mehr zu der Überzeugung, dass Gesellschaft mindestens zum Teil daran schuld ist.

Ich frage mich seit einer Weile, ob es legitimerweise so sein kann, dass der Lebensrhythmus einiger Menschen um mehrere Stunden gegen den Rhythmus verschoben ist, nach dem die Gesellschaft lebt – denn wenn dem so ist, dann gehöre ich dazu. Für mich fing es damit an, dass ich auf dem 28C3 in Berlin erlebt habe, wie die Vorträge mittags begonnen haben, bis 1 oder 2 Uhr morgens gingen und die Leute sich bis 4 oder 5 Uhr vergnügt und ausgetauscht haben – und es fühlte sich richtig an.

Aus der Sicht einer großen Mehrheit der Bevölkerung ist die Sache ganz klar: Alle müssen zur Arbeit, und die Arbeit fängt um 8 Uhr an. Wer nicht gerade Student (per definitionem faul) oder Schichtarbeiter ist, dessen Wecker hat zu klingeln solange eine „07“ vorne steht, sonst steht er im Verdacht, die Gesellschaft mutwillig durch Nichtteilnahme zu verhöhnen.

Wie passt es aber in dieses Bild, dass einige Menschen zwischen Mitternacht und Morgengrauen besonders produktiv sein können, und es auch gern sind? Gestern habe ich von 0 bis 2 Uhr wichtige Unterlagen sortiert, geistreiche Emails mit den besten Gedankengängen schlagen gern um diese Zeit auf, die Liebesbriefe meiner Schulzeit sind nachts entstanden, Admins bauen die tollsten Systeme auf wenn ihre Nutzer schlafen.

Das vorherrschende Bild des „Langschläfers“ aber bemisst sich nur daran, wo sich eine Person morgens halb 10 in Deutschland gerade befindet: Beim dritten Kaffee im Büro, oder auf der Maloche, mit den Gedanken schon in der Mittagspause? Bravo, ein guter Bürger. Im Bett? Pfui, welch ein Schmarotzer!

Warum aber dieser Missmut? „Wir müssen nun mal alle früh raus!“, schallt es dem Fragenden wütend entgegen, aber allein das Konzept der „Morgenshow“ im Radio – dieser freiwilligen Lobotomie aus Kalauern und Konservenmusik – zeigt, dass der Großteil der Gesellschaft offenbar selbst nicht viel Gutes daran findet.

Außer natürlich: „Man hat ja sonst nichts vom Tag!“ In der Tat. Das liegt daran, dass selbst Deutsche nur einige Stunden am Tag arbeiten können, und wenn sie gegen 8 Uhr damit anfangen, hören sie eben gegen 18 Uhr damit auf. Dann schließen die Supermärkte, machen die Einzelhändler die Gitter runter, stellen die Büroangestellten ihre Kaffeetasse in die Spüle. Bei Behörden, Bahn, Post und jeder Art Schalterbetrieb sind ab 18 Uhr die Monitore dunkel, Banken machen vorsichtshalber schon um 16 Uhr zu. Es ist mir ernsthaft unbegreiflich, wie es gedacht ist, dass alle zur gleichen Zeit arbeiten, und dennoch Dinge außerhalb ihrer Arbeit geregelt bekommen – schließlich hat dann alles zu! Neulich sagte eine Angestellte der Bahn um kurz vor 18 Uhr genervt und veständnislos zu mir: „Den ganzen Tag ist kommt keiner, und kurz vor Feierabend wollen sie alle was!“ Dass das ihr voller Ernst war, ließ mich sprachlos zurück.

Aber kommen wir zu der Frage zurück: Warum ist das so? Es kann nur daher rühren, dass tagsüber die Sonne scheint. In einer Gesellschaft ohne billige und wirkungsvolle künstliche Lichtquellen ist es notwendig, die natürliche Helligkeit zu nutzen und die Phase der Inaktivität in die Zeit zu legen, in der die Dunkelheit Verrichtungen aller Art erschwert. Fans der Evolutionspsychologie würden jetzt bestimmt erzählen, was Raubtiere und Höhlenmenschen zu welchen Tageszeiten so tun, aber ich finde, man muss gar nicht weiter als einige Jahrhunderte zurückschauen.

Und so ist die Gesellschaft darauf ausgerichtet, mit Sonnenaufgang ihre Verrichtungen zu beginnen und sie mit Sonnenuntergang niederzulegen. Wohlstand und technischer Fortschritt haben es ermöglicht, zwischen Sonnenuntergang und Schlaf noch einige Stunden Unterhaltung, Geselligkeit und Alkoholkonsum zu legen, aber das war’s dann auch.

Warum aber muss die Gesellschaft daran festhalten? Bis auf wenige Ausnahmen können praktisch alle Tätigkeiten heutzutage mit keinem oder geringem Aufwand zu einer beliebigen Tageszeit verrichtet werden. Schwerlasttransporte, Müllabfuhr und Straßenreinigung zeigen dabei, dass es sogar sehr nützlich sein kann, anfallende Arbeiten zeitlich zu verteilen, anstatt dass alle gleichzeitig versuchen, ihren Verrichtungen nachzugehen.

Ich glaube, dass zu einem wesentlichen Teil Vorurteile und festgefahrene Denkmuster eine Lockerung dieser Situation verhindern. Und ich bin damit nicht alleine. @zeitweise, ein prominenter Spieleentwickler, sagte neulich:

Gerwald Claus-Brunner, MdA in Berlin, wurde 2011 für das Ansprechen dieser Thematik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verhöhnt, und zum Bundesparteitag der Piratenpartei in Bochum wurde ein ernst gemeinter Antrag in dieser Sache eingereicht.

Und ich sitze um 03:57 aufrecht im Bett und schreibe seit einer Stunde diesen Text. Morgen früh … ja, morgen früh, denn morgen ist nach dem Schlafen. „Du meinst wohl gestern, hihi!“ ist für Andersschläfer so lustig wie „Du isst ja meinem Essen das Essen weg!“ für Vegetarier.

Morgen früh jedenfalls werde ich wieder übermüdet sein und mindestens bis Nachmittags kaum etwas geschafft kriegen. Ab dem frühen Abend kann ich gut arbeiten, und vielleicht sitze ich wieder nachts wach, meine Freundin friedlich neben mir schlafend, und tue etwas Nützliches.

Wer aber nicht mit dem mitfühlen kann, was ich beschreibe, der wird mich womöglich an dieser Stelle im Text wieder einen „Langschläfer“ heißen, mir raten mich zusammenzureißen, mir Respektlosigkeit gegenüber vielen hart arbeitenden Menschen vorhalten. Das liegt mir fern! Ich frage mich lediglich, warum wir nicht die Gesellschaft flexibilisieren können, wenn es keine Nachteile bringt und einigen Menschen mehr Teilhabe ermöglicht.

Gewerkschaften und Kirchen sehen das zwar ganz anders – aber eine ernsthafte Diskussion darüber wurde noch nie geführt, weil es in der Gesellschaft noch nicht akzeptiert ist, dass es Andersschläfer gibt, die nicht faul, rücksichtslos oder krank sind, sondern eben einfach – anders.


Neuigkeiten vom Kampf gegen die chrononormative Frühaufsteherdiktatur twittern übrigens auf amüsante Weise und zu vernünftigen Uhrzeiten die Nachtaktiven Piraten.

Durch einen Tweet von @erdgeist bin ich neulich auf einen brillianten amerikanischen Komiker gekommen, der in den 50er und 60er Jahren durch politische Themen und scharfen Zynismus in seinen selbst geschriebenen Liedern Berühmtheit erlangte: Tom Lehrer (heute 84 Jahre).

Von ihm stammt auch das Lied „Wernher von Braun“, benannt nach dem deutschen Raketenforscher, der als Weltraum-Enthusiast aufwuchs, später für die Nazis die als „V2“ bekannte Raketenwaffe entwickelte und nach dem Krieg für die USA die Saturn V-Rakete konstruierte, mit der der NASA die Mondlandung gelang.

Das Lied hat mir so gut gefallen, dass ich zwei deutsche Übersetzungen angefertigt habe und hier bereitstellen möchte: Eine wortgetreue und eine lyrische Übersetzung. Den Liedtext im englischen Original gibt es hier nachzulesen.

Einleitung: Wo wir gerade bei Bomben sind: Was macht Amerika zur weltgrößten Atommacht? Und was ist es, das es uns ermöglichen wird, zwanzigtausend Millionen Dollar an Steuergeldern auszugeben, um irgendeinen Deppen auf den Mond zu bringen? Nun, es war natürlich die große, enorme Überlegenheit amerikanischer Technologie, aufgeboten von unseren großen amerikanischen Wissenschaftlern, wie etwa Dr. (betont deutsch ausgesprochen:) Wernherr von Braun.

Lied (Lyrische Übersetzung):
Setzt Euch hin, ich erzähl’ Euch von Wernher von Braun,
der sich gut überlegt, auf wessen Seite er steht.
Schimpft man ihn einen Nazi, dann kratzt ihn das kaum:
„Nazi-Popazi!“, sagt Wernher von Braun.

Sag nicht, er sei unaufrichtig,
Politik ist für ihn nicht so wichtig.
„Ich will dass sie fliegen, nicht auf die Landung schauen –
da bin ich nicht zuständig!“, sagt Herr von Braun.

Manch einer sagt, es sei ihm nicht zu trauen,
doch für andere ist klar, wir sind besser dankbar:
Invalide in London und verwitwete Frauen
mit stattlichen Renten dank Wernher von Braun.

Auch Du kannst zum Held Dich erheben,
wenn Du lernst rückwärts zu zählen.
„Auf Deutsch or in English kann ich schon den Countdown.
Und ich lerne Chinesisch,“ sagt Wernher von Braun.


Lied (Wortgetreue Übersetzung):
Sammelt Euch zusammen, während ich Euch ein Lied singe von Wernher von Braun,
einem Mann, dessen Loyalität von Berechnung geprägt ist.
Nenn’ ihn einen Nazi, er wird nicht einmal die Stirn runzeln:
„Nazi-Popazi!“, sagt Wernher von Braun.

Sag’ nicht, er sei heuchlerisch,
sag’ lieber, er sei unpolitisch.
(mit deutschem Akzent gesprochen:)
„Wenn die Raketen erstmal oben sind, wen interessiert’s wo sie runterkommen –
Das ist nicht meine Abteilung“, sagt Wernher von Braun.

Manche haben harte Worte für diesen bekannten Mann,
aber manche sagen unsere Einstellung sollte eine von Dankbarkeit sein,
wie die Witwen und Invaliden (wörtlich: Krüppel) in der Londoner Altstadt
die ihre hohen Renten Wernher von Braun verdanken.

Auch Du kannst ein großer Held sein,
sobald Du gelernt hast, rückwarts bis Null zu zählen.
„Auf Deutsch, oder Englisch („oder Englisch“ auf Deutsch gesprochen) kann ich rückwärts zählen.
Und ich lerne Chinesisch,“ sagt Wernher von Braun.


Tom Lehrer war lange Lehrer für Mathematik (aber sein Name kein Künstlername!). Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Lied „The Elements“, eine simple Aufzählung der seinerzeit bekannten chemischen Elemente (auch mit einer animierten Version des Periodensystems zu sehen).

Auf der politischen Seite hat er auch den damals gefühlt bevorstehenden globalen Atomkrieg verarbeitet, zum Beispiel mit seinem Lied „We Will All Go Together When We Go“.

Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, Tom Lehrers Werk zu durchstöbern!

Ein flacher, großer Schaufelbagger steht in einem Bergwerksschacht und kippt gelbe Fässer auf einem Haufen zusammen.

Erprobung der „Abkipptechnik“ in der Asse.

An der Uni Hamburg wurden 2008 und 2009 vom Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) gemeinsame Seminare von Physikern und Philosophen abgehalten. Die leitenden Dozenten waren Prof. Ulrich Gähde und Prof. Martin Kalinowski.

im Sommersemester 2008 fand das erste gemeinsame das Seminar, „Verantwortung für zukünftige Generationen: technisch-naturwissenschaftliche und philosophische Aspekte“ statt. Ein vieldiskutierter Aspekt war die Atommüll-Endlagerung, die im Sommersemester 2009 wieder aufgegriffen und in dem Seminar „Ethische Probleme der Langfristlagerung hochradioaktiver Abfälle“ diskutiert wurden.

Zu diesem zweiten Seminar habe ich die hier veröffentlichte Arbeit geschrieben, die das Ergebnis mühsamer Recherche zum Begriff der Atomsemiotik ist, einer geradezu sagenumwobenen Nische der (Populär-)Wissenschaft mit erstaunlich wenig handfestem Unterbau.

Im Kern geht es um die Frage: Wie kann sichergestellt werden, dass Menschen nicht in Atommüll-Endlager eindringen und sich in Gefahr bringen – und zwar über die (für die Endlagerungsfrage) „üblichen“ Zeiträume von zehntausenden Jahren hinweg?

Die Lösungsstrategie, die sich der Semiotik (also der Wissenschaft von Zeichen und Symbolen) bedient, sagt vereinfacht ausgedrückt: Es müssen nur die richtigen Zeichen angebracht werden, damit auf alle Zeit jeder Mensch erkennt, dass der Ort des Endlagers mit Gefahren verbunden ist. Die Erkenntnis, dass ein Schild aus Metall, oder auch nur die englische Sprache, wahrscheinlich keine 1.000 Jahre überstehen, führt von dort direkt in die Spirale der Imponderabilien, die die Atomsemiotik ausmacht.

Ein anderer Lösungsansatz geht davon aus, dass die Lage eines Endlagers selbst – in der Regel viele hundert Meter unter der Erde – Schutz genug darstellt. Dabei wird eine interessante Wette aufgemacht: Bleibt die Zivilisation intakt, wird sie selbst über genügend Technik und Verständnis verfügen, sich nicht mit dem Eindringen in Endlagerstandorte in Gefahr zu bringen. Geht die Zivilisation aber zugrunde, so ist keine Technik mehr verfügbar, die das Eindringen überhaupt ermöglichen würde. Trotzdem bleibt die Frage: Darf der Standort eines Endlagers einfach vergessen werden, oder muss diese Information bewahrt werden – und wenn ja, wie? Und schon sind wir mit unserem Kettenkarussell des Wahnsinns einmal im Kreis gefahren.

Auf dem Weg begegnen uns leuchtende „Strahlenkatzen“ und die geheimnisvolle „Atompriesterschaft“ (oder auch „nukleare Priesterschaft“), die mit einiger Zuverlässigkeit alle paar Jahre in populärwissenschaftlichen Berichten hervorgekramt werden. Wer sich für die Hintergründe und die ernsthaften Überlegungen dazu interessiert, dem sei diese Seminararbeit ans Herz gelegt.

Meine Seminararbeit „Das Kommunikationsproblem der Gefahren menschlichen Eindringens in Endlager für radioaktive Abfälle“ stelle ich unter der CC-BY 3.0 Deutschland-Lizenz zur Verfügung:

Titelblatt der Seminararbeit

Auf das Titelblatt klicken zum Downloaden

Heute morgen in der U2: An meiner Haltestelle steigen zwei junge bosnische Frauen mit Hijab und Kind aus und unterhalten sich angeregt, wo sie als nächstes hingehen wollen. Ich freue mich, dass ich ein paar bosnische Worte verstehen kann und steige ein.

Ich setze mich offenbar dorthin, wo die beiden gerade saßen: Zwei oder drei deutsche Frauen Mitte/Ende 50 echauffieren sich über die Unterhaltung, welche die beiden jungen Frauen gerade neben ihnen führten. Sie klagen sich ihr Leid, bis eine noch einen draufsetzt: „Oder wenn die Farbigen sich unterhalten!“ – „Jaaa!“ tröten die anderen.

Ich stehe auf, schaue der Beschwerdeführerin in die Augen und sage, „Oder wenn sich scheiß Rassisten unterhalten, #$*&!“ und gehe.

Was lernen wir? Wenn Du eine Unterhaltung nicht verstehst, weil sie in einer anderen Sprache geführt wird, ist das eine Belästigung. Wenn sie zudem von Leuten geführt wird, die ganz anders aussehen als Du, ist das schon fast ein Übergriff.

Keine Belästigung stellt es hingegen dar, Deine intoleranten Auswürfe durch die U-Bahn zu regurgitieren. Oder auf einem Betriebsausflug betrunken rumzuqieken. Oder Dich über nässenden Hautausschlag zu unterhalten. Oder zu spekulieren ob der Sohn der Nachbarin nicht doch schwul ist. Oder den abscheulichen Verkehrsunfall, über den gestern in Brisant berichtet wurde, detailiert wiederzugeben. Oder Dich über Verstpätungen aufzuregen, obwohl Du sowieso keine Termine hast. Denn als deutsche Frau um die 60 hast Du automatisch das Hausrecht in der Bahn und die anderen können sehen, wo sie bleiben!

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