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Archiv für den Monat Februar 2013

Sharkoon Luminous Keyboard III SE Ich wollte meine geliebte alte Tastatur (siehe Bild) in mein neues Rechner-Setup mitnehmen, wo es keine PS/2-Steckplätze mehr gibt, aber ein es gab ein fürchterliches Problem mit dem PS/2-USB-Adapter: Die Taste mit den Zeichen <, > und | (kleiner als und größer als, oder auch spitze Klammern, sowie das Pipe-Zeichen) funktionierte nicht, was eine Tastatur für ein Linux-System natürlich unbrauchbar macht. Nicht nur kam der Tastendruck nicht im System an, wie ich mit xev überprüft habe, sondern er wurde offenbar gar nicht an den Rechner übertragen – auch im BIOS hatte die Taste keine Funktion. Eine Recherche zeigte, dass es offenbar große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen PS/2-auf-USB-Adaptern gibt, und dass hierin die Ursache für das Problem liegen könnte.

Foto von einem Stecker-Adapter mit einem weiblichen PS/2- und einem männlichen USB-A-Stecker.Es gibt zwei grundlegende Typen von solchen Adaptern: passive und aktive. Links ist ein passiver Adapter zu sehen, der einfach nur ein Stecker mit passenden Pin-Verbindungen ist. Offenbar funktioniert diese Methode wohl ganz passabel, aber mit Abstrichen im Detail. [Passive Adapter funktionieren in der Regel nur, wenn sie zu einer Tastatur mitgeliefert wurden. Danke an Arno für die Erklärung in den Kommentaren!] Bessere Ergebnisse liefern aktive Umwandler, welche die Signale elektronisch aufarbeiten.

IMAG0196Einen solchen aktiven Adapter hatte ich – nämlich das rechts gezeigte No Name-Produkt. Der Haken an diesem Adapter – und vielen seiner Art – ist aber, dass er auf Amerikanische Tastaturen ausgelegt ist. US-Tastaturen haben (seit es die Windows-Tasten gibt) 104 Tasten. Da es auf den deutschen Tastaturen, wo Ä, Ü, Ö und ß auch noch untergebracht werden müssen, etwas gedrängter zugeht, haben deutsche Tastaturen 105 Tasten. Zwischen unserem Y und der linken Shift-Taste befindet sich die Taste mit <, > und |, wo auf der US-Tastatur überhaupt keine Taste mehr ist (siehe diesen Wikipedia-Artikel). Mein No Name-Adapter weiß nichts davon und übersetzt die 105. Taste deshalb nicht.

Das Problem ist sehr schwach dokumentiert, zum einen weil es nur ziemlich alte Hardware betrifft, und zum anderen weil es im englischen Sprachraum nicht auftritt.

Zu einem bestimmten Adapter der Marke Belkin gab es aber ermutigende Kommentare auf einer Shopping-Seite:

Nach mehreren untauglichen Adaptern verschiedener Hersteller und der Erfahrung, dass eine Tastatur ohne funktionierender größer/kleiner/Pipe-Taste ein Graus ist, hat mich dieser Adapter vor der einer neuen Ergo-Tastatur bewahrt.

und

Auf beiden Betriebssystemen werden alle Zeichen der Tastatur erkannt, auch die bei den Stecker-Adaptern als nicht funktionierend bemängelten spitzen Klammern (< >) usw..

Glücklicherweise gibt es diesen Adapter bei Conrad im Laden zu kaufen: BELKIN USB/PS2 ADAPTER im Conrad Online Shop (Foto unten). Der Preis von 15€ ist zwar happig, aber mir ging es schließlich nicht um die günstigste Lösung, sondern darum, meine alte Tastatur zu behalten.

IMAG0194Also bin ich mit der Tastatur und meinem Laptop zum Conrad getingelt. Der Verkäufer hat zwar mein Problem nicht verstanden, war aber so freundlich den Adapter für mich auszupacken und ihn mich ausprobieren zu lassen. Er schaute nicht schlecht, als ich meine speckige alte Tastatur und meinen Laptop ausgepackt habe, aber es freute ihn, dass ich mich nach einem wenige Sekunden dauernden Test zum Kauf entschieden hatte.

Fazit: Aktiver PS/2-USB-Adapter ist nicht gleich aktiver PS/2-USB-Adapter. Nur höherwertige Produkte übersetzen auch die 105. Taste auf deutschen Tastaturen. Der Adapter von Belkin mit der Produktnummer F5U119CPE ist so einer und rettet damit rüstigen, alten PS/2-Tastaturen den Arbeitsplatz.

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