German freemail heavyweights web.de and gmx.net (several millions of users combined) are using deceptive techniques in order to manipulate Firefox and Chrome users into removing AdBlock and its variants. This message is displayed for people with the respective setup:

web_deThe yellow bar is part of the website (it even scrolls with the site). It says:

The security of your computer is compromised by a Firefox Add-On. [Restore Security]

Clicking the fake button or the „Further information“ link takes the user to a shady-looking website charmingly named browsersicherheit.info (browser security dot info).

This site imitates the look of Chrome’s browser settings and uses a seemingly objective and caring tone, explaining how „content manipulating browser add-ons“ pose an enormous security risk. It also contains a surprisingly short list of allegedly „known malicious browser add-ons“:

plugins2Note how AdBlock and several variants of it are shown at the top of this list, described as „filters page contents“. Every user of AdBlock is aware that it filters contents—that’s its purpose. Still, this list is obviously supposed to cause insecurity and fear, especially since the same list contains obscure and dubious sounding add-ons. Many of them are described as „inserting external elements like advertising“. One, ironically, is accused of „creating false security alerts“.

Otherwise, the page purports to be a well-meaning security initiative. Only the legally-mandated and well-hidden Contacts page shows that 1&1 Mail & Media is behind it. The 1&1 DSL and hosting franchise is part of the German United Internet company, which in turn owns web.de and gmx.net. A press release at gmx.net praises it, but gmx.net is not named as part of this „program“ anywhere on the site. However, in the ridiculously short „press comments“ section, gmx.net and web.de appear as two out of three sources (the third being a nasty tabloid’s computer spinoff magazine).

This practice is all the more more malicious, as it has taken years to establish that browsers show meaningful security notifications, and to get everyone’s parents to actually read and follow them.

Apparently, the Mozilla security team is looking at the situation, which I’m very grateful for.

Find a short English summary of this article here:
German freemail sites trick Firefox & Chrome users into removing AdBlock

Diese Meldung zeigen GMX und web.de derzeit Nutzern, die AdBlock installiert haben:

web_deEin Klick auf „Weitere Informationen“ führt auf die enorm unseriös wirkende Seite browsersicherheit.info. Dort wird anhand von Screenshots erklärt, wie Nutzer von Firefox und Chrome auf verschiedenen Betriebssystemen vor allem AdBlock in verschiedenen Varianten deinstallieren können. Insbesondere wird diese „schwarze Liste“ angezeigt:

plugins2Im Impressum der Seite bekennt sich die „1&1 Mail & Media GmbH, Zweigniederlassung Karlsruhe“ zur Autorenschaft. In der Tat gehört 1&1 dem deutschen Konzern United Internet, wie auch web.de und GMX.

Diese ganze Nummer ist eine gezielte Manipulation unbedarfter und vertrauensseliger Internetnutzer, um sie dazu zu bringen, Adblocker zu löschen und ungestört Werbeanzeigen verkaufen zu können.

Erstens: Die Meldung erweckt den Eindruck, vom Browser selbst angezeigt zu werden. Eine gelbe Leiste oberhalb der angezeigten Seite assoziieren Nutzer mit Browser-Benachrichtigungen, zumal beispielsweise auf der Seite von GMX die Farbe gelb völlig fremd wirkt. Insofern täuschen GMX und web.de dem Nutzer eine Browser-Meldung vor, die sie selbst erzeugen. Die Meldung hat außerdem einen objektiv-sachlichen Ton und lässt keinen Hinweis darauf zu, bloß eine Empfehlung – einen Wunsch! – der Seitenbetreiber wiederzugeben. Auch insofern werden Browser-eigene Benachrichtigungen in täuschender Absicht nachgeahmt. Die Seite browsersicherheit.info lässt ebenfalls (außer hinter dem gut versteckten „Impressum“-Link) nicht durchblicken, von United Internet erstellt worden zu sein, sondern zitiert noch scheinheilig GMX und web.de als zwei von drei „Pressestimmen“.

Zweitens: Welche Erweiterungen werden auf’s Korn genommen? Angeblich „seitenmanipulierende“ Addons. Das stimmt, AdBlock manipuliert tatsächlich die Seiten, die mir mein Browser anzeigt, nämlich indem die nervige Werbung ausgeblendet wird. Das ist seine Aufgabe. Klingt natürlich trotzdem erstmal böse. Alibihaft werden dann auch noch ein paar echte Adware-Erweiterungen genannt, darunter so obskure, unbekannte Kandidaten wie „JollyWallet Bar“ und „SuperFish“, sowie – oh, the irony! – „getSavin“, welches „falsche Sicherheitshinweise erzeugt“! So denkt der Nutzer: Aha, diese Plugins blenden also ungefragt Werbung ein, und das eine da manipuliert mich sogar – wie böse! Dann werden die „seitenmanipulierenden Addons“ am Anfang der Liste bestimmt genauso böse sein. Ich deinstalliere besser AdBlock – und zack, wird ihm wieder ungebetene Werbung angezeigt, aber diesmal wieder von web.de und GMX.

Drittens: Wem nützt dieser Zirkus? Ganz klar in erster Linie United Internet, deren Anzeigenverkäufe offenbar schwinden, weil mündige Internetnutzer die Werbung ausblenden lassen. Nützt es auch den Surfern? Nun – dass es Sicherheitsprobleme im Bereich von Browserplugins gibt, stimmt durchaus. Aber warum werden von den tausenden „seitenmanipulierenden Addons“ da draußen (neben ein paar Alibi-Kandidaten) ausgerechnet die bekämpft, die:

  1. in Deutschland weit verbreitet sind,
  2. großes Vertrauen genießen, und
  3. United Internet die Werbeeinahmen madig machen?

Was ist mit anderen verbreiteten, seitenmanipulierenden Addons wie NoScript, Ghostery, DownloadHelper, Firebug usw.? Sind die alle von United Internet einzeln getestet worden und machen irgendetwas richtiger als AdBlock, oder sind sie bloß im Kampf um Werbeanzeigen egal?

Fazit: Diese Aktion „zugunsten der Sicherheit“, für die sich United Internet auch noch selbst feiert, ist ein schlecht getarnter Angriff auf die Mündigkeit von Internetnutzern, sich von Anzeigenwerbung zu befreien. Es wird manipulativ vorgegangen und das Vertrauen von Nutzern missbraucht, die sich auf das verlassen, was ihnen (vermeintlich!) ihr Browser empfiehlt. Das ist insofern besonders perfide, als sich erst in den vergangenen Jahren Nutzer daran gewöhnt haben, einfach formulierte Sicherheitshinweise ihrer Browser zu beachten, die meist auch tatsächlich einen Sicherheitsgewinn bringen.

Und wahrscheinlich wird United Internet mit dieser hinterlistigen Strategie Erfolg haben und der Nutzung von AdBlock (zumindest unter ihren eigenen Besuchern) einen spürbaren Dämpfer verpassen. Wir können uns schonmal auf Anrufe unserer Eltern freuen: „Da kam so ’ne Meldung, mein Browser wäre unsicher!“

Nach der gestrigen Nacht des 10. Januar im Gefahrengebiet, von der ich voraussichtlich noch meinen gelangweilt aber höflich zuhörenden Enkeln erzählen werde, sah ich auf Twitter die Einschätzung des Kollegen Jan Penz auf Twitter, der erklärte:

Gefahrengebiet ist Mist, aber Kissenschlachten u. ä. ist Kindergarten. Besser sachlich seriöse Argumente.

Mich ärgert das sehr, und ich muss vehement widersprechen. Da meine Meinung nicht auf Twitter passt, ist dieser Text entstanden.

Was war los?

Nach Monaten politischer Unruhe um Lampedusa in Hamburg, der Zwangsräumung der Esso-Häuser und der politisch gewollten Gewalteskalation am 21.12.2013 hat die Polizei am 4. Januar die Sternschanze, St. Pauli und halb Altona mit einer bürgerrechtsreduzierten Zone namens „Gefahrengebiet“ überzogen. Als Begründung gab die Polizei einen Angriff auf die Davidwache auf der Reeperbahn an – ein Ereignis, dessen Hergang sie offenbar eher kreativ ausgelegt hat.

Das Gefahrengebiet erregte überregionale Aufmerksamkeit, es kam jeden Abend zu Protesten, die mal mehr und mal weniger in Gewalt ausarteten. Kritische Stimmen in der Presse, politischer Druck in der Bürgerschaft und nicht nachlassender Widerstand auf der Straße führten vielleicht dazu, dass die Polizei am 9. Januar mit einem kläglichen Pseudo-Rückzieher versuchte, Druck vom Kessel zu nehmen.

Kissenschlacht

Zum Abend des 10. Januar wurde zu einer Kissenschlacht auf dem Spielbudenplatz aufgerufen. Ich hatte im Vorfeld meine Zweifel am Nutzen so einer Aktion, aber rückblickend war es das mit Abstand Beste, was in diesem verkorksten Ausnahmezustand passieren konnte.

Mit dabei war natürlich die Klobürste, das Symbol des Widerstands gegen das Gefahrengebiet. Die Geschichte, wie es zur Klobürste kam ist ein Symbol für das, was den tobenden Innensenator und die aufgestachelte Polizei mit ihrem gefährlichen Gefahrengebiet ins Mark trifft: der Staatsgewalt zu zeigen, dass sie sich lächerlich macht.

Nach der Kissenschlacht am 10. Januar waberte um den Paulinenplatz im Gefahrengebiet Musik aller Art, Tausende junger Leute standen vergnügt und ausgelassen herum, vereinzelt wurden Lagerfeuer aus weggeworfenen Tannenbäumen in der Mitte der Straße angelegt. Leute verglichen ihre stolz getragenen Klobürsten, manche mit LEDs, andere mit Luftballons und Bändchen; vereinzelt wurden auch themenverwandte Seitensprünge wie Pümpel oder Zahnbürste präsentiert.

Immer mal wieder zogen Spontandemos hierhin und dorthin, vor der Davidwache gab es dank korrekter Nachbarn eine punkig-aufständische Musikshow mit Tanz und Trommeleinlage. Inhaltlich war freie Auswahl: Bleiberecht, Mietenwahnsinn, „Lügner!“-Sprechchöre gegen die Polizei statt des üblichen „Haut ab!“. Später war die Wohlwillstraße über viele Stunden eine einzige Party mit Elektro-Musik aus offenen Fenstern, tanzenden Klobürstenschwingern und gelegentlichen Lagerfeuern aus eigens vom Straßenrand gesammelten Tannenbäumen. Feiernde Jugendliche vermischt mit Aktivisten, artistische Darbietungen mit blinkenden Hula Hoop-Reifen, tanzende Grüppchen auf der Straße, telefonische Verabredungen à la „Ich bin hinterm Feuer, da wo die Mukke ausm Haus kommt!“, ein vor Polizeiketten tanzender Mensch im Dinosaurier-Kostüm, Klobürsten-Jonglage und ab und zu ein vergnügt-respektvolles „Ey, geile Klobürste!“ von Mensch zu Mensch.

Und alle paar Meter blitzt plötzlich im Gesicht eines sich Umschauenden das hysterische Lachen der Erkenntnis auf: „Alter, was is hier eigentlich los?!“ Friedlicher Protest als Party, scheinbare Anarchie  ohne große Schäden, selbst die Polizei zurückhaltend, deeskalierend, ein bisschen deplatziert wenn sie mal wieder ein Lagerfeuer umringt und dessen Löschung übersieht. Um es mit @Street_Dogg zu sagen: „Das hat sich die SPD bestimmt so nicht vorgestellt!“

Oder doch lieber Seriöslichkeit?

Kommen wir zurück zu dieser Einschätzung:

Gefahrengebiet ist Mist, aber Kissenschlachten u. ä. ist Kindergarten. Besser sachlich seriöse Argumente.

Ich finde, das Gegenteil ist der Fall: Eine Kissenschlacht ist das beste, was in dieser politischen Situation passieren konnte. Spaß ist im Angesicht von Repression ein Aufbegehren, eine Entwaffnung, ein Ausdruck von Selbstsicherheit und Selbstbestimmung. Eine Kissenschlacht ist der Inbegriff eines Kampfes ohne Verletzte, einer Auseinandersetzung ohne bösen Willen und einer entspannten Atmosphäre.

Dem entgegen steht die Aussage des Polizeipressesprechers Mirko Streiber zur Klobürste:

Man kann zwar drüber lächeln, aber ich find das nicht witzig, weil es geht hier auch um Leib und Leben […], und da müsen wir wirklich sachlich bleiben.
(Link zum Video, wahrscheinlich bald wieder depubliziert)

Es geht aber nicht in erster, und nicht mal in zweiter oder dritter Linie um Leib und Leben. Es geht um eine Machtdemonstration, die einschüchtern soll und zu ihrer eigenen Legitimation eine Gefahr heraufbeschwört, die kaum vorhanden ist. Es geht um Menschen, die sich nicht mehr trauen, Küchenmesser oder Sportgeräte in ihrem eigenen Stadtteil zu transportieren, weil sie zufällig dunkle Kleidung haben. Es geht um Personalienkontrollen einer verdächtigen Menschenansammlung – die an einer Bushaltestelle wartet (kein Scherz). Es geht um sensationsgeile Boulevardmedien, die ganze Stadtteile in Verruf bringen, sodass ein verängstigtes Muttchen in Ottensen denken muss, auf der anderen Seite des Altonaer Bahnhofs ginge es zu wie im New York der 80er Jahre.

Doch Spaß und Humor hat eine stocksteife, selbstherrliche Staatsmacht nichts entgegenzusetzen. Eine Klobürste sagt mehr als hundert Steine, und Hunderte Klobürsten bringen uns nicht nur ins Fernsehen, sondern transportieren auch unsere Botschaft und machen den Innensenator nackig. Eine Kissenschlacht mit tausend Menschen ist kein größeres Theater als das Gefahrengebiet, in dem sie stattfindet.

Und die Seriöslichkeit? Die hat uns, mit Verlaub, dorthin gebracht, wo wir gerade sind. Selbsternannte und sogenannte Sozialdemokraten und Christdemokraten argumentieren mit großer Geste und schwerer Miene, manchmal auch mit triefend geheuchelter Empörung oder Schaum vorm Mund, es müsse dringend durchgegriffen werden, Freiräume wären ein Hort der Kriminalität und unüberwachte Kommunikation ein tödliches Risiko. Sie bauen einen Polizeistaat auf, aber verbitten sich den Begriff. Die Opposition hat in weiten Teilen Angst, dauerhaft von der Macht abgeschnitten zu sein und spielt hiemlich mit. Nein, dieser Politik und ihren Auswirkungen kann man noch am besten mit Humor und Ironie begegnen (nicht zuletzt, weil Alarmismus und Schwermut nachweislich nicht funktionieren).

Ein probates Mittel

Freilich sind Tannenbaum-Lagerfeuer mit angeschlossener Elektro-Party auf Kreuzungen kein Modell für jeden Abend im Wohngebiet. Angesichts der geballten Staatsmacht und der Auseinandersetzungen der letzten Wochen sind sie aber besser als das, was die Politik zu provozieren versucht hat, nämlich weitere Gewalt als Rechtfertigung für noch mehr Kontrollen. Und tatsächlich war, aus welchem Grund auch immer, die Polizei am gestrigen Abend weitgehend deeskalierend und zurückhaltend. Meinen Glückwunsch und Dank an die Teile der Polizeiführung, die erkannt haben, dass man Gewalt vorbeugt indem man keine Gewalt ausübt.

Ich habe gestern Tausende junger Menschen erlebt, die friedlich und kreativ gegen die Beschneidung ihrer Bürgerrechte eingetreten sind. Diese Antwort auf Repression voller Ironie und Spaß finde ich toll. Sie macht mir Hoffnung für die Zukunft meiner Generation in dieser Stadt. Wenn das nicht ‚seriös‘ ist: Na und?

Im Rahmen des 6. Forum Wissenschaftskommunikation, das 2013 in Karlsruhe stattfand, gab es ein Science Tweetup, das von @ScienceTweetup organisiert wurde. Das Format bringt twitternde Menschen an Orte, an denen spannende Wissenschaft passiert, wo sie dann seltene Einblicke bekommen und ihren Timelines berichten können.

Die Begleitung findet durch WissenschaftlerInnen statt, die seelisch darauf vorbereitet sind, dass während des Gesprächs alle Teilnehmer aktiv twittern. Einige von ihnen stehen dann auch zum Speed Dating bereit, wo man in wechselnder Gesellschaft Fragen aller Art loswerden kann.

In Karlsruhe ging es schließlich zum KATRIN-Experiment. Dessen Ziel ist es, die bisher nur sehr grob geschätzte Masse der Neutrinos zu vermesse, weshalb KATRIN auch „Neutrinowaage“ genannt wird. Bekannt ist sie fast allen den Physikstudenten der letzten Jahre von diesen Fotos:

Was auf dem Foto nicht sofort rüberkommt, aber mich in echt sofort ergriffen hat: KATRIN ist wunderschön! Es war toll, vor dem riesigen Spektrometer zu stehen. Das Experiment wurde außerdem von einer Physikerin sehr kompetent erklärt, die auch Fragen zum „großen Ganzen“ wie der Bedeutung des Experiments und der nie ganz auszuschließenden Möglichkeit, dass alles die Katz war, souverän beantwortet hat.

Nachdem ich meine Augen mühsam von KATRIN gelöst hatte, ging es zum Speed Dating. Zwei Fragen hatte ich mitgebracht, und eine konnte ich genau der richtigen Expertin stellen:

Die Frage war, warum das AMS-02-Teilchenexperiment ausgerechnet auf der ISS betrieben wird, und nicht auf einem eigenen Satelliten, was einfacher und billiger sein könnte. Die Antwort ist: Die Leistungsaufnahme von 2500 Watt ist für Satellitenverhältnisse so groß, dass es keine andere Gelegenheit gäbe, dieses Experiment mit Strom zu versorgen. Der Strom wird vor allem dafür gebraucht, ein starkes Magnetfeld aufzubauen, mithilfe dessen in dem Instrument Materie von Antimaterie unterschieden werden kann.

Die zweite Frage nagte schon eine Weile an mir: In einem Video erklärt der bekannte Fernseh-Physiker Harald Lesch, dass sich das Higgs-Boson heutzutage nicht mehr regulär im Raum um uns herum zeigt, und dass es sogar desaströs wäre, wenn das täte. Nanu? Das widerspricht ja der auch häufig vermittelten Ansicht, dass ständig und überall um uns herum Higgs-Teilchen damit beschäftigt sind, den anderen Teilchen Masse zu verleihen. Des Rätsels Lösung ist – wie so häufig in der Teilchenphysik – kompliziert, und wirft reichlich weitere Fragen auf. In 140 Zeichen heißt sie:

Das vernünftig zu erklären, ist eine Mammutaufgabe! Die hebe ich mir für ein anderes Mal auf 🙂

Im Interview erklärt der Organisator auch nochmal das Event – im Hintergrund sieht man natürlich ausgerechnet mich in meiner natürlichen Haltung – beim Essen und Quatschen^^

Es lohnt sich auf jeden Fall, @ScienceTweetup zu folgen! Jede(r) kann beim Science Tweetup dabei sein, wie neulich z.B. auch der Comiczeichner beetlebum, der das Tweetup prompt gezeichnet hat.

PS: Ein Foto, auf dem ich auch sehr naturnah getroffen bin, hat auch @micialmedia geschossen, der in einem eigenen Blogpost vom Science Tweetup berichtet:

Foto von Michael M. Roth, http://micialmedia.de

Foto von Michael M. Roth, http://micialmedia.de

Vodafone und ich, das ist sone Sache. 2008 wurde ich Arcor-Kunde, 2009 wurde aus Arcor dann Vodafone. Einmal habe ich gekündigt, mich aber vom Rückgewinnungs-Angebot wieder einfangen lassen. Zwei Jahre später wollte ich wirklich weg, aber 1&1 hat die Portierung verpatzt, sodass ich bis Mitte 2014 im Vertrag hänge. Vor ein paar Wochen habe ich dann endgültig zum Mai 2014 gekündigt, aber noch keine Bestätigung erhalten.

Gestern wurde mir dann am späten Nachmittag der DSL-Anschluss abgedreht. Das Modem hat keine DSL-Verbindung mehr – kein Sync-Fehler, wie er ab und zu vorkommt, sondern eine richtig tote Leitung, als hätte jemand im Keller die Drähte gekappt. Ein Anruf bei der Hotline ergab, dass mein Anschluss gekündigt, mein Zugang gelöscht und die Leitung stillgelegt sei –  Monate zu früh, und ohne dass ich eine Ankündigung oder überhaupt eine Bestätigung meiner Kündigung bekommen hätte.

Aus gut informierten Kreisen weiß ich, dass ich gestern nicht der einzige Kunde mit diesem Problem war. Auf Twitter fand sich darüber hinaus @BoBi_DiGiTaL, dem es ganz genauso ging: Vor Kurzem schriftlich gekündigt, keine Bestätigung erhalten, Vertrag läuft eigentlich noch mehrere Monate, gestern die Leitung gekappt, und niemand weiß warum.

Und nun? Ich bin offline und mein Festnetz ist platt, und das mehrere Monate zu früh. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, Vodafone los zu sein, aber so kann ich das nicht hinnehmen, und irgendwie glaube ich nicht recht, dass jetzt auch die Rechnungen aufhören. Bei Vodafone versichert man mir, dass „das so im System steht“. Wie und warum kann einem im Call-Center ja sowieso nie jemand erklären.

Ich werde jetzt jedenfalls Verbraucherzentrale und Bundesnetzagentur einschalten. Mich weiter mit Vodafone direkt auseinanderzusetzen erscheint mir so aussichtsreich, wie mit einem Schimpansen zu argumentieren, der mir im Wildpark den Außenspiegel abmontieren will.

Updated 2017-03-06: Now properly handles oldmail files to avoid multiple downloads of old mail when calling different sets.

Faced with a growing number of mailboxes to fetch messages from, I devised a little script to help me easily manage lots of accounts with getmail. It was inspired by this post from Charles Cazabon, the developer of getmail.

The advantage of this solution is that you need to create, name and manage getmail’s rcfiles for different mailboxes in one place only, without modfying other scripts, crontabs or whatever.

First off, this is the folder structure I created. It may remind you of the old /etc/rc.d/ folder structures that were common for system start scripts before we had upstart and all this modern whoop-de-do:

.getmailsets
├── set-all
│   ├── rc.blog
│   ├── rc.freemail
│   ├── rc.provider
│   ├── rc.uni
│   └── rc.work
├── set-often
│   ├── rc.provider -> ../set-all/rc.provider
│   ├── rc.uni -> ../set-all/rc.uni
│   └── rc.work -> ../set-all/rc.work
├── set-rare
│   ├── rc.freemail -> ../set-all/rc.freemail
│   └── rc.blog -> ../set-all/rc.blog
└── set-important
    ├── rc.uni -> ../set-all/rc.uni
    └── rc.work -> ../set-all/rc.work

.getmail/ -> .getmailsets/set-all/

All the getmail-typical rcfiles live in the .getmailsets/set-all/ folder, which is symlinked to .getmail/. This ensures that things will work like any normal getmail setup whenever you don’t use the sets.

Specific sets of rcfiles are defined by folders with a corresponding name and contain links to the actual rcfiles in the „all“ set.

This is the script that puts this structure to use. I call it checkmail:

#!/bin/bash

RCARGS=""
RCPATH=/home/myself/.getmailsets
RCSET=$1  # first argument names the set,
shift     # then gets deleted

for F in $RCPATH/set-$RCSET/rc.*; do
  RCARGS="$RCARGS --rcfile $(basename $F)"  # prepares --rcfile args
done

exec getmail $@ --getmaildir $RCPATH/set-all/ $RCARGS
                # make sure getmail always uses same oldmail-*
           # $@ holds all the (remaining) arguments to the script.

You use checkmail by calling it with the set name as the first argument, and any arguments you want to pass on to getmail, like in these examples:

$ checkmail all -q
$ checkmail important -v
$ checkmail rare -q -d

And these calls, of course, are what you want to place in your scripts, shortcuts and whatnot. You can then manage the set contents or rename the rcfiles in your .getmailsets without changing any of the scripts. How about, for example, a button on your desktop that runs:

$ ssh mailserver "checkmail important -v"

The script is also ideal, of course, for your crontabs. Here’s an example of my configuration:

*/5  0-3,9-23  * * * checkmail often -q
  0      8-23  * * * checkmail rare -q

Since $HOME/.getmail/ is symlinked to .getmailsets/set-all/, you can also call getmail for any single mailbox like your ordinarily would:

$ getmail -r rc.work
$ getmail -vr rc.uni

Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts soll es in der Hamburger Innenstadt bald „Internet für alle und überall“ geben. Zahlreiche Medien kopieren die Geschichte unkritisch, die SPD feiert die Ankündigung kräftig ab, und sich selbst gleich mit.

Warum das Angebot aus Kundensicht alles andere als frei und universell verfügbar ist, wird bei der Elbmelancholie ausführlich beschrieben: Es geht um Telekom-Hotspots, die nur eine Stunde kostenlos genutzt werden können, und dann nur mit Zwangsregistrierung, und (dank Störerhaftung) Pauschalüberwachung der Nutzer.

Um sich in diesem zweifelhaften Glanz doch noch irgendwie zu sonnen, jubelt der SPD-Netzpolitiker Hansjörg Schmidt auf seiner Homepage, dass man „einen sehr großen Erfolg vermelden“ könne. Vorgezeigt wird statt echter Veränderungen (die nur auf Bundesebene möglich sind) immer wieder eine Bundesratsinitiative der Hamburger SPD.

Diese Initiative der SPD wurde bereits direkt nach ihrer Vorstellung vor etwas über einem Jahr von Fachleuten kritisiert, unter anderem von der Piratenpartei Hamburg und der und der Digitalen Gesellschaft. Sie stellten klar, dass die SPD-Initiative nur kommerziellen Anbietern hilft und ihnen Zensur- und Erfassungstechnik vorschreibt, um sich von der Haftung bei Urheberrechtsverstößen freizukaufen. Privatleute mit offenen WLANs und Initiativen wie Freifunk, die bewusst auf das Identifizieren ihrer Nutzer und das Sperren von Inhalten verzichten, sollen weiterhin schutzlos der Abmahnmafia ausgesetzt bleiben. Inzwischen ist die Initiative gescheitert.

Fassen wir zusammen:

  • Die SPD bringt eine erfolglose Bundesratsinitiative ein, die kommerzielle Anbieter mit Erfassungs- und Filtertechnik von der Haftung befreit, Privatnutzern und Freifunk-Initiativen aber kein Stück weiterhilft.
  • Die Drosselkom kündigt an, kostenpflichtige Hotspots mit Zwangsregistrierung in Hamburg zu installieren.
  • SPD-Netzpolitiker sprechen von einem „sehr großen Erfolg“. Hä?

In seinem Blog weist Hansjörg Schmidt übrigens als Verteidigung gegen die o.g. Kritik darauf hin, dass der Freifunk Hamburg zu einer Expertenanhörung in der Bürgerschaft eingeladen war. War er auch: von der Linksfraktion. (Nachtrag: Das ist nicht richtig – Hansjörg Schmidt hat als Ausschussvorsitzender die Sachverständigen eingeladen.)