Updated 2017-03-06: Now properly handles oldmail files to avoid multiple downloads of old mail when calling different sets.

Faced with a growing number of mailboxes to fetch messages from, I devised a little script to help me easily manage lots of accounts with getmail. It was inspired by this post from Charles Cazabon, the developer of getmail.

The advantage of this solution is that you need to create, name and manage getmail’s rcfiles for different mailboxes in one place only, without modfying other scripts, crontabs or whatever.

First off, this is the folder structure I created. It may remind you of the old /etc/rc.d/ folder structures that were common for system start scripts before we had upstart and all this modern whoop-de-do:

.getmailsets
├── set-all
│   ├── rc.blog
│   ├── rc.freemail
│   ├── rc.provider
│   ├── rc.uni
│   └── rc.work
├── set-often
│   ├── rc.provider -> ../set-all/rc.provider
│   ├── rc.uni -> ../set-all/rc.uni
│   └── rc.work -> ../set-all/rc.work
├── set-rare
│   ├── rc.freemail -> ../set-all/rc.freemail
│   └── rc.blog -> ../set-all/rc.blog
└── set-important
    ├── rc.uni -> ../set-all/rc.uni
    └── rc.work -> ../set-all/rc.work

.getmail/ -> .getmailsets/set-all/

All the getmail-typical rcfiles live in the .getmailsets/set-all/ folder, which is symlinked to .getmail/. This ensures that things will work like any normal getmail setup whenever you don’t use the sets.

Specific sets of rcfiles are defined by folders with a corresponding name and contain links to the actual rcfiles in the „all“ set.

This is the script that puts this structure to use. I call it checkmail:

#!/bin/bash

RCARGS=""
RCPATH=/home/myself/.getmailsets
RCSET=$1  # first argument names the set,
shift     # then gets deleted

for F in $RCPATH/set-$RCSET/rc.*; do
  RCARGS="$RCARGS --rcfile $(basename $F)"  # prepares --rcfile args
done

exec getmail $@ --getmaildir $RCPATH/set-all/ $RCARGS
                # make sure getmail always uses same oldmail-*
           # $@ holds all the (remaining) arguments to the script.

You use checkmail by calling it with the set name as the first argument, and any arguments you want to pass on to getmail, like in these examples:

$ checkmail all -q
$ checkmail important -v
$ checkmail rare -q -d

And these calls, of course, are what you want to place in your scripts, shortcuts and whatnot. You can then manage the set contents or rename the rcfiles in your .getmailsets without changing any of the scripts. How about, for example, a button on your desktop that runs:

$ ssh mailserver "checkmail important -v"

The script is also ideal, of course, for your crontabs. Here’s an example of my configuration:

*/5  0-3,9-23  * * * checkmail often -q
  0      8-23  * * * checkmail rare -q

Since $HOME/.getmail/ is symlinked to .getmailsets/set-all/, you can also call getmail for any single mailbox like your ordinarily would:

$ getmail -r rc.work
$ getmail -vr rc.uni
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Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts soll es in der Hamburger Innenstadt bald „Internet für alle und überall“ geben. Zahlreiche Medien kopieren die Geschichte unkritisch, die SPD feiert die Ankündigung kräftig ab, und sich selbst gleich mit.

Warum das Angebot aus Kundensicht alles andere als frei und universell verfügbar ist, wird bei der Elbmelancholie ausführlich beschrieben: Es geht um Telekom-Hotspots, die nur eine Stunde kostenlos genutzt werden können, und dann nur mit Zwangsregistrierung, und (dank Störerhaftung) Pauschalüberwachung der Nutzer.

Um sich in diesem zweifelhaften Glanz doch noch irgendwie zu sonnen, jubelt der SPD-Netzpolitiker Hansjörg Schmidt auf seiner Homepage, dass man „einen sehr großen Erfolg vermelden“ könne. Vorgezeigt wird statt echter Veränderungen (die nur auf Bundesebene möglich sind) immer wieder eine Bundesratsinitiative der Hamburger SPD.

Diese Initiative der SPD wurde bereits direkt nach ihrer Vorstellung vor etwas über einem Jahr von Fachleuten kritisiert, unter anderem von der Piratenpartei Hamburg und der und der Digitalen Gesellschaft. Sie stellten klar, dass die SPD-Initiative nur kommerziellen Anbietern hilft und ihnen Zensur- und Erfassungstechnik vorschreibt, um sich von der Haftung bei Urheberrechtsverstößen freizukaufen. Privatleute mit offenen WLANs und Initiativen wie Freifunk, die bewusst auf das Identifizieren ihrer Nutzer und das Sperren von Inhalten verzichten, sollen weiterhin schutzlos der Abmahnmafia ausgesetzt bleiben. Inzwischen ist die Initiative gescheitert.

Fassen wir zusammen:

  • Die SPD bringt eine erfolglose Bundesratsinitiative ein, die kommerzielle Anbieter mit Erfassungs- und Filtertechnik von der Haftung befreit, Privatnutzern und Freifunk-Initiativen aber kein Stück weiterhilft.
  • Die Drosselkom kündigt an, kostenpflichtige Hotspots mit Zwangsregistrierung in Hamburg zu installieren.
  • SPD-Netzpolitiker sprechen von einem „sehr großen Erfolg“. Hä?

In seinem Blog weist Hansjörg Schmidt übrigens als Verteidigung gegen die o.g. Kritik darauf hin, dass der Freifunk Hamburg zu einer Expertenanhörung in der Bürgerschaft eingeladen war. War er auch: von der Linksfraktion. (Nachtrag: Das ist nicht richtig – Hansjörg Schmidt hat als Ausschussvorsitzender die Sachverständigen eingeladen.)

Zum Wahlkampfauftakt der Piratenpartei Hamburg am 10. August 2013 habe ich eine Rede zur Asylpolitik in Deutschland und der Position der Piraten gehalten. Die Rede kann auch beim Hamburger Piratenradio Trollfunk angehört werden.

Die Asylpolitik in Deutschland ist seit einer Generation, nämlich seit über 20 Jahren, eine Perversion ihrer selbst, denn in Deutschland gibt es praktisch kein Asyl mehr.

Als das Grundgesetz geschrieben wurde, wurde die Maxime etabliert, dass politisch Verfolgten in Deutschland Zuflucht zu geben. Das geschah vor dem Hintergrund hunderttausender Menschen, denen es gelungen war aus Deutschland überallhin in die Welt vor dem Naziregime zu fliehen.

Aber gerade als wieder große Umwälzungen in Europa passiert sind, Anfang der 90er-Jahre, fand sich eine unheilvolle Große Koalition zusammen, die das Asylrecht in Deutschland faktisch abgeschafft hat.

Zehntausenden, die Zuflucht gesucht haben vor Kriegen, die von wahnsinnigen Nationalisten auf dem Balkan angezettelt wurden, wurde die Tür vor der Nase zugeschlagen.

Für den sogenannten Asylkompromiss, der im Bundestag mit einer breiten Mehrheit beschlossen wurde, beglückwünschten sich Politiker wie Hans-Dietrich Genscher, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Günter Verheugen und – ja – Wolfgang Thierse.

Zur selben Zeit hetzten und mordeten Nazi-Banden in Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Soligen und anderswo. Die deutsche Politik ist fast durch die Bank vor dem Fremdenhass eingeknickt.

Die Piratenpartei will diese Schande zurückdrehen und die unhaltbaren, unmenschlichen Zustände und Vorgänge in deutschen Asylunterkünften und Ausländerbehörden wieder rückgängig machen.

Heute an diesem Tag, hier auf den Straßen von Hamburg, sind Menschen gestrandet, die auf der Flucht vor Krieg und Hass zum Spielball der Festung Europa und den zankenden Regierungen geworden sind, die auf dem Rücken der Schwächsten ihre politischen Machtspielchen austragen.

Die Gruppe Lampedusa in Hamburg ist eine von vielen in Deutschland, die nach Jahrzehnten der Demütigung und Ausgrenzung laut werden und ihre Menschenrechte einfordern.

Viele Menschen haben zurecht verlangt, Edward Snowden solle als politisch Verfolgtem Asyl zu gewähren. Die traurige Wahrheit ist aber, dass ich es niemandem wünschen kann, dem deutschen Asylsystem gegenüberzustehen.

Die Piratenpartei fordert, Schluss mit Massenunterkünften mitten im Nirgendwo, die ohne Aussicht auf Unterstützung, Bildung und Kontakt zur Bevölkerung allein der Isolation dienen, und die dank Residenzpflicht schon mit einer Bahnfahrt in die nächste Stadt Menschen zu Kriminellen machen kann.

Die Piratenpartei fordert, Schluss mit Schnellverfahren, unverständlichen Formularen, Bescheiden und Aufenthaltstiteln. Asylverfahren müssen fair ablaufen, mit Rechtsbeistand, Übersetzungshilfe und der Möglichkeit, Unterstützung zu finden.

Die Piratenpartei fordert, Schluss mit Arbeitsverboten, Abschiebehaft und Abschiebungen, die nur dazu dienen, Menschen verzweifeln zu lassen und für ihre Flucht zu bestrafen.

Wir wollen nicht in einem Land leben, das sich feige hinter seinen Nachbarländern versteckt und auf jede erdenkliche Weise zeigt, dass Fremde nicht willkommen sind.

Wir wollen vor Krieg und Verfolgung Zuflucht Suchende willkommen heißen, sie aufnehmen und ihnen ihre Menschenwürde zurückgeben, und ihnen die Hilfe gewähren, die wir als eines der reichsten Länder der Welt gewähren können.

Angesichts der Gefahren und Demütigungen, denen Menschen ausgesetzt sind, weil sie das vermeintlich falsche Geschlecht lieben, die vermeintlich falsche Muttersprache oder Hautfarbe haben, oder auf der vermeintlich falschen Seite einer Grenze geboren wurden, kann ich nicht untätig zusehen, wie sich das Land in dem ich lebe von der Welt und Schutzsuchenden abschottet.

Ich bin froh, dass ich in diesem Kampf die Piratenpartei dabei auf meiner Seite weiß. Und ich sehe es da hinten an den Hafenhäusern, und ich bin dankbar, dass es einen großen Platz im öffentlichen Raum hat: Kein Mensch ist illegal!

Für die Hamburger Stadtteilzeitung Quer Borgfelde habe ich einen Text als Selbstvorstellung geschrieben, den ich hier auch in meinem persönlichen Blog veröffentlichen möchte:


Dass ich für die Piratenpartei kandidiere hat viele Gründe, aber eine gute Zusammenfassung bietet die Piraten-Formel „Politik aus Notwehr“. Ich stelle mir oft die Frage, ob meine Mitmenschen und mich eine lebenswerte Zukunft erwartet. Anstatt mich aber nur zu beklagen, möchte ich selbst etwas gegen die vielen Missstände und Fehlentwicklungen tun. Ich möchte eine bunte Zukunft, die Vielfalt und persönliche Sicherheit für jeden Menschen bietet, und kein graues Dasein in Überwachung und Existenzangst.

In den letzten zehn Jahren hat sich unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung ein ungeheuerliches Maß an Überwachung durch Sicherheits- und Geheimdienste breitgemacht. Die Daten aller Bürger, ob verdächtig oder nicht, werden dauerhaft gespeichert und können jederzeit ohne nennenswerte Hürden abgerufen werden. So kann jeder in Verdacht geraten, egal ob er meint, etwas zu verbergen zu haben oder nicht. Die Vertraulichkeit von Seelsorge, ärztlicher Versorgung, Rechtsbeistand und intimer Kommunikation ist gefährdet, und wenn die gehorteten Daten in falsche Hände geraten, wird praktisch jeder Mensch erpressbar.
Auf der anderen Seite wird der Einsatz von Internet und moderner Technik für persönliche, kreative und gemeinnützige Zwecke an allen Ecken und Enden sabotiert. GEMA-Sperren, Abmahnungen für offenes WLAN, gedrosselte und überteuerte Verbindungen und unsinnige Rechtsvorschriften führen dazu, dass Deutschland im Bereich der neuen Medien eines der rückständigsten Länder ist.

Wir erleben darüber hinaus eine Arbeitsmarktpolitik, die am längst verflossenen Märchen von der Vollbeschäftigung festhält. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden, die sich nur noch für junge und genormte Menschen mit unendlicher „Flexibilität“ interessiert. Ältere Menschen, Kranke und solche, die Verantwortung für Kinder oder Angehörige tragen, werden nicht unterstützt, sondern mit undurchschaubaren Regelungen belästigt und mit sinnlosen Sanktionen bestraft.
Wir brauchen stattdessen einen Mindestlohn und das bedingungslose Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft. Es wird nie wieder einen traditionellen Arbeitsplatz für alle Menschen geben. Deutschland kann es sich leisten, trotzdem niemanden auf der Strecke zu lassen.

Die deutsche Politik stiehlt sich außerdem aus ihrer Verantwortung vor den Schwächeren in der Welt. Aus Angst vor Fremdenfeindlichkeit wurde das Asylrecht in Deutschland vor 20 Jahren praktisch abgeschafft. Heute erleben wir die Ausgrenzung und Abschiebung sowohl von Menschen in Not, als auch von Menschen, die in Deutschland ein erfülltes Leben führen.
Wir brauchen ein Umdenken und eine Abkehr von der Abschottung Deutschlands und Europas. Abschiebungen sind falsch und müssen sofort aufhören. Wir brauchen die doppelte Staatsbürgerschaft, und es muss endlich in allen Ecken Deutschlands in den Köpfen ankommen, dass Menschen verschiedenster Religionen, Hautfarben und Muttersprachen zu unserer Gesellschaft gehören.

Das sind nur drei der Themen, die mich bewegen. Auch in den Bereichen Korruption, Transparenz, Wohnungsbau, Familienpolitik und anderswo gibt es etliche Probleme und viele mögliche Lösungen. Es genügt eben nicht, sich zu beklagen.

In Hamburg richtet der grüne Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht heute den 3. Grünen Polizeikongress aus. Beim Eröffnungspodium hatte ich in einer Fragerunde die Gelegenheit, ihn auf die Position der Grünen in Sachen Vorratsdatenspeicherung anzusprechen.

Meine Frage war (aus dem Gedächtnis paraphrasiert):

Wir haben gerade [im Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Aden] gehört, dass politische Entscheidungen zugunsten von Überwachungsmaßnahmen oft in einem „window of opportunity“ [einem kurzen, von einem bestimmten politischen Klima geprägten Zeitraum] gefällt werden. Zur späteren Veränderung oder Zurücknahme einer solchen Maßnahme gibt es in der Regel keinen politischen Konsens mehr, sodass sie unverändert bestehen bleiben.
Vor diesem Hintergrund erinnere ich daran, dass der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Wolfgang Wieland, in einer nichtöffentlichen Anhörung des Innenausschusses des Bundestags gesagt hat, die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung müsse umgesetzt werden [Quelle]. Diese Haltung hat er kürzlich bei einem parlamentarischen Abend des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BDK) bekräftigt [Quelle].
Ich frage also: Ist es die Position der Grünen Partei, dass sie die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umsetzen wird, sofern diese nicht auf EU-Ebene noch verändert wird?

Die Antwort von Jan Philipp Albrecht war (ebenfalls aus der Erinnerung, Hervorhebungen von mir):

Die Position der Grünen Partei ist, dass sie die Vorratsdatenspeicherung ablehnt. Sie stellt einen pauschalen Eingriff in die Privatsphäre dar, der nicht zu rechtfertigen ist.
Es ist aber eine problematische Position, sich dem politischen Grundkonsens entziehen zu wollen, der besagt, dass demokratische Entscheidungen umzusetzen sind. Eine Weigerung zur Umsetzung einer EU-Richtlinie ist in letzter Konsequenz nur unter Aufkündigung der EU-Verträge möglich, was die Grünen entschieden für falsch halten.
Die Grünen setzen sich dafür ein, die Richtlinie zu verändern, und die pauschale Datenspeicherung aus der Richtlinie zu nehmen. Wenn es aber nicht gelingt, die Bürger von einer Änderung der Politik zu überzeugen, wird sich die Grüne Partei nicht der Realität verschließen, dass EU-Richtlinien mit der Pflicht zur Umsetzung behaftet sind.

Mehrere Details dieser Aussage fallen mir auf. Zunächst finde ich es putzig, die politische Entscheidung über die Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene mit der beliebten Floskel „die Bürger überzeugen“ zu beschreiben. Die fragliche Richtlinie war alles andere als das Ergebnis einer umfassenden öffentlichen Debatte, sondern eher eine Überrumpelung des EU-Parlaments durch den britischen Innenminister, der kurz nach den Terroranschlägen von Madrid und London mit der Ratspräsidentschaft im Rücken vorangesprescht war, und mit dem Rat und den Spitzen der beiden größten Fraktionen im Schlepptau das EU-Parlament regelrecht überfahren hat [Quelle].

Darüber hinaus frage ich mich, warum das Ziel eine „Änderung der Richtlinie“ sein soll, anstatt ihre vollständige Zurücknahme. Was soll von der Richtlinie übrigbleiben? Die technische Infrastruktur zur Sammlung und Weitergabe der Daten, die nur vorübergehend nicht genutzt wird? Die Option, die Speicherung nach wie auch immer gearteten Kriterien doch aufzunehmen – vorgeblich zeitlich und räumlich begrenzt, aber praktisch nach Gutdünken der Innenminister?

Bleibt noch das Argument des gefährdeten, oder zumindest missachteten Grundkonsens der Europäischen Union. Die politische Realität spricht eine andere Sprache: Gegen Deutschland allein laufen über 20 Verfahren wegen unzulänglicher Umsetzung von EU-Richtlinien, zum Teil seit Jahren, ohne dass dadurch das Bekenntnis Deutschlands zur EU in Frage zu stehen scheint. Vielmehr gehören solche Verfahren offenbar zur politischen Realität der Europäischen Union [Quelle]. Das kann man, durchaus zurecht, bedauernswert oder falsch finden, aber es ist unaufrichtig, dem Streit um die Vorratsdatenspeicherung ausgerechnet in dieser Hinsicht eine herausragende Bedeutung zuzuschreiben.

Derzeit läuft ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, das die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung auf ihre Sinnhaftigkeit und Grundrechtskonformität überprüfen soll [Quelle]. Albrecht sagte am Rande der Veranstaltung, er halte eine Umsetzung der Richtlinie im laufenden Verfahren für unangebracht, darüber hinaus gelte aber seine bereits dargelegte Position.

Fazit: Sollte die Richtlinie nicht vom Europäischen Gerichtshof gekippt oder überraschend doch noch durch das EU-Parlament zurückgenommen werden, werden die Grünen in Umsetzung der Richtlinie die Vorratsdatenspeicherung einführen, sofern sie in Regierungsverantwortung stehen.

Nach Meinung der Grünen vertreten die Gegner der Vorratsdatenspeicherung offenbar eine Art fundamentalistische Position, wenn sie bereit sind, sich der Umsetzung der Richtlinie zu verweigern.

Ich für meinen Teil kann damit gut leben.

Update (26.06.2013):

Jan Philipp Albrecht sah sich nach der Veröffentlichung dieses Blogposts falsch zitiert:

Inzwischen ist die Aufzeichnung veröffentlicht worden – meine Frage und die Antwort sind ab 48m23s zu hören (das Video sollte beim Anklicken an der richtigen Stelle starten):

Vor kurzem hatte ich das Glück, beim FameLab-Wettbewerb in Hamburg mitzumachen. Dabei geht es darum, ein wissenschaftliches Thema in drei Minuten unterhaltsam und allgemein verständlich, aber auch inhaltlich wertvoll dazustellen. Zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind angetreten und haben aus den verschiedensten Forschungsgebieten berichtet.

Mit meinem ersten Vortrag, in dem ich die Suche nach Teilchen anhand einer Analogie zwischen Protonen und LKW-Motoren erkläre, konnte ich den Publikumspreis für den besten Vortrag gewinnen:

In meinem zweiten Vortrag, in der Finalrunde zusammen mit vier anderen Kandidaten, erkläre ich Teilchen-Detektoren mit einer nicht minder absurden Analogie. Damit konnte ich dann sogar den 1. Platz in diesem Wettbewerb gewinnen:

Damit darf ich beim deutschen FameLab-Finale in Bielefeld auftreten (vorausgesetzt, Bielefeld gibt es wirklich – mal sehen!).


Alle Videos von der Veranstaltung in Hamburg und in den anderen Städten gibt es auf dem Youtube-Kanal von FameLab Germany.

Besonders empfehlen kann ich die Vorträge von Dr. Helga Hofmann-Sieber über AIDS-Forschung (Links: eins und zwei) und von Babette Döbrich über das ALPS-Experiment (Links: eins und zwei), das mit der Astroteilchenphysik auch mein Fachgebiet berührt.


Inzwischen bin ich auch beim Finale in Bielefeld aufgetreten! Viel Spaß beim Ansehen:

Sharkoon Luminous Keyboard III SE Ich wollte meine geliebte alte Tastatur (siehe Bild) in mein neues Rechner-Setup mitnehmen, wo es keine PS/2-Steckplätze mehr gibt, aber ein es gab ein fürchterliches Problem mit dem PS/2-USB-Adapter: Die Taste mit den Zeichen <, > und | (kleiner als und größer als, oder auch spitze Klammern, sowie das Pipe-Zeichen) funktionierte nicht, was eine Tastatur für ein Linux-System natürlich unbrauchbar macht. Nicht nur kam der Tastendruck nicht im System an, wie ich mit xev überprüft habe, sondern er wurde offenbar gar nicht an den Rechner übertragen – auch im BIOS hatte die Taste keine Funktion. Eine Recherche zeigte, dass es offenbar große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen PS/2-auf-USB-Adaptern gibt, und dass hierin die Ursache für das Problem liegen könnte.

Foto von einem Stecker-Adapter mit einem weiblichen PS/2- und einem männlichen USB-A-Stecker.Es gibt zwei grundlegende Typen von solchen Adaptern: passive und aktive. Links ist ein passiver Adapter zu sehen, der einfach nur ein Stecker mit passenden Pin-Verbindungen ist. Offenbar funktioniert diese Methode wohl ganz passabel, aber mit Abstrichen im Detail. [Passive Adapter funktionieren in der Regel nur, wenn sie zu einer Tastatur mitgeliefert wurden. Danke an Arno für die Erklärung in den Kommentaren!] Bessere Ergebnisse liefern aktive Umwandler, welche die Signale elektronisch aufarbeiten.

IMAG0196Einen solchen aktiven Adapter hatte ich – nämlich das rechts gezeigte No Name-Produkt. Der Haken an diesem Adapter – und vielen seiner Art – ist aber, dass er auf Amerikanische Tastaturen ausgelegt ist. US-Tastaturen haben (seit es die Windows-Tasten gibt) 104 Tasten. Da es auf den deutschen Tastaturen, wo Ä, Ü, Ö und ß auch noch untergebracht werden müssen, etwas gedrängter zugeht, haben deutsche Tastaturen 105 Tasten. Zwischen unserem Y und der linken Shift-Taste befindet sich die Taste mit <, > und |, wo auf der US-Tastatur überhaupt keine Taste mehr ist (siehe diesen Wikipedia-Artikel). Mein No Name-Adapter weiß nichts davon und übersetzt die 105. Taste deshalb nicht.

Das Problem ist sehr schwach dokumentiert, zum einen weil es nur ziemlich alte Hardware betrifft, und zum anderen weil es im englischen Sprachraum nicht auftritt.

Zu einem bestimmten Adapter der Marke Belkin gab es aber ermutigende Kommentare auf einer Shopping-Seite:

Nach mehreren untauglichen Adaptern verschiedener Hersteller und der Erfahrung, dass eine Tastatur ohne funktionierender größer/kleiner/Pipe-Taste ein Graus ist, hat mich dieser Adapter vor der einer neuen Ergo-Tastatur bewahrt.

und

Auf beiden Betriebssystemen werden alle Zeichen der Tastatur erkannt, auch die bei den Stecker-Adaptern als nicht funktionierend bemängelten spitzen Klammern (< >) usw..

Glücklicherweise gibt es diesen Adapter bei Conrad im Laden zu kaufen: BELKIN USB/PS2 ADAPTER im Conrad Online Shop (Foto unten). Der Preis von 15€ ist zwar happig, aber mir ging es schließlich nicht um die günstigste Lösung, sondern darum, meine alte Tastatur zu behalten.

IMAG0194Also bin ich mit der Tastatur und meinem Laptop zum Conrad getingelt. Der Verkäufer hat zwar mein Problem nicht verstanden, war aber so freundlich den Adapter für mich auszupacken und ihn mich ausprobieren zu lassen. Er schaute nicht schlecht, als ich meine speckige alte Tastatur und meinen Laptop ausgepackt habe, aber es freute ihn, dass ich mich nach einem wenige Sekunden dauernden Test zum Kauf entschieden hatte.

Fazit: Aktiver PS/2-USB-Adapter ist nicht gleich aktiver PS/2-USB-Adapter. Nur höherwertige Produkte übersetzen auch die 105. Taste auf deutschen Tastaturen. Der Adapter von Belkin mit der Produktnummer F5U119CPE ist so einer und rettet damit rüstigen, alten PS/2-Tastaturen den Arbeitsplatz.